Friedrichshain

Sake Kontor – Das Getränk der Götter in Friedrichshain


Sake ist in Japan das „Getränk der Götter“. Doch hierzulande ist er schlicht als Reiswein bekannt. Dabei führt schon die Bezeichnung irre, denn Sake wird vielmehr wie Bier gebraut und eher wie Wein getrunken. Vorzugsweiße zu gutem japanischem Essen. Mit beidem ist Susanne Rost-Aoki bestens vertraut und bringt dieses Wissen mit viel Leidenschaft den Menschen näher. In ihrem Sake Kontor in Friedrichshain, nahe dem Ostkreuz, kann man hochwertigen Sake erwerben, sich beraten lassen und hin und wieder sogar an Tastings mit dazu passenden japanischen Gerichten teilnehmen. Und wer sich, wie einst Susanne Rost-Aoki selbst, für den Sake begeistert, wird in eine ganz neue Welt geführt. Eine Welt, die mehr zu bieten hat, als der Begriff Reiswein vermuten lässt.

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In Japan ist Sake ein sehr beliebtes Getränk, in Europa aber eher weniger bekannt. Woran liegt das?

Erst mal wird Sake aus Reis hergestellt und wir sind in Europa einfach kein Reiskontinent. Und es gibt eben zwei andere alkoholische Getränke, die aus Lebensmitteln entstehen, die hier wachsen. Den Traubenwein und das Bier, die in Europa etabliert sind.

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Wie würden sie den Sake den Leuten näher bringen?

Die Herstellung ist wie die von Bier und die Trinkkultur wie die des Weins. Er ist ein Essensbegleiter. Er hat einen sehr eigenen Charakter mit dem Hintergund einer großen Kultur und einer sehr interessanten und komplexen Herstellung. Man kann sich mit dem sehr spannenden Hintergrund beschäftigen, muss man aber nicht. Man kann ihn auch einfach trinken und Spaß dabei haben.

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Welcher Sake eignet sich denn für Einsteiger?

Ganz vereinfacht formuliert gibt es zum Beispiel den typisch klassischen Sakegeschmack, der sehr nach Reis schmeckt. Der Reis wurde hier nicht so stark poliert und somit bleibt sein charakteristischer Geschmack stärker erhalten. Der hat dann ein bisschen etwas Malziges sowie Getreide- und Karamellartiges und ist eher bodenständig und gemütlich. Oder es gibt den Sake, der ganz fein und komplex verarbeitet wurde. Hier treten sehr blumige, fruchtige und zarte Aromen in den Vordergrund. Den würde man gekühlt und vielleicht sogar aus einem Weinglas trinken. Die haben dann nicht mehr den typischen Geschmack nach Reis oder Sake. Insofern kann man wählen, ob man eher den typischen Sake kennenlernen möchte, oder eher den komplexen Sake, bei dem man den Reisgeschmack gar nicht mehr wiedererkennt. Das sind so grob die beiden Richtungen.

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Wie sind sie selber zum Sake gekommen?

Mein Mann ist Japaner und dadurch kam ich natürlich irgendwann nach Japan. Dort habe ich ein Glas von einem ganz hochwertigen Sake getrunken und war sofort fasziniert davon, weil er so rein und so klar war. Fast wie Quellwasser. Ich konnte mir erst gar nicht erklären, woraus der Sake gemacht ist, habe mich dann näher damit beschäftigt und herausgefunden, dass er lediglich aus Wasser und Reis besteht, also sehr minimalistisch. Es gibt auch ein Reinheitsgebot, also keine weiteren Zusätze und der schöne, feine Charakter wird nur durch Handwerkskunst herausgearbeitet.

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War das dann auch von Beginn an die Idee einen Laden für Sake zu eröffnen?

Ich hatte mich erst mal umgeschaut, ob es so etwas in Deutschland schon gibt und ich das einfach verpasst habe. Aber es gab niemanden der das Getränk vermittelt, der die feinen Qualitäten von den kleinen Brauereien holt. Da war für mich relativ schnell klar, dass es einen Ort braucht, letztlich ist es ja mehr als nur ein Laden, um den Sake zu zeigen und vorzustellen. Deswegen soll das Geschäft auch ein bisschen wie ein Museum sein, weswegen wir hier auch so viele Gefäße und Gegenstände haben. Mir war von Anfang an klar das der Laden sich so Gestalten sollte, dass man hier auch in diese Welt eintauchen kann.

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Was bietet ihr hier neben dem Sake noch an, um den Leuten diese Welt näher zu bringen?

Wir bieten beispielsweise regelmäßig Tastings an. Die finden in unterschiedlicher Form statt. Bei den großen Veranstaltungen gibt es sechs verschiedene Sake, die ich vorstelle. Außerdem kommt eine gelernte, japanische Köchin, die kleine Gerichte zubereitet da Essen schon zum Sake dazugehört. Und ich erzähle etwas über den Sake oder die Besucher können ihre Fragen stellen. Das ist dann wie ein großer, langer und unterhaltsamer Sakeabend. Es gibt aber auch kleinere Veranstaltungen, wo wir einfach beispielsweise neue Brauereien vorstellen. Das ist dann etwas lockerer und preislich auch günstiger.

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Was passiert bei der Sake Herstellung, um die unterschiedlichen Nuancen zu erzielen?

Im Prinzip funktioniert das wie bei Bier. Man muss die Stärke im Getreide zuerst in Zucker umwandeln. Bei Sake funktioniert diese Verzuckerung durch einen Edelschimmel. Ein Mikroorganismus der Koji heißt. Der wird auch zum Beispiel für die Fermentierung von Sojasoßen oder Misopasten verwendet. Und dann kommt dazu die Hefe ins Spiel, welche die alkoholische Gärung erledigt. Dadurch hat man beim Sake zwei Mikroorganismen. Diesen Edelschimmel und die Hefe. Und diese arbeiten parallel. Man nennt diesen Vorgang multiple, parallele Fermentation. Und die Herausforderung für die Braumeister ist sozusagen diese Vorgänge so zu steuern, dass es nicht zu einem Ungleichgewicht kommt. Die Rohstoffe Wasser und Reis müssen schon gut sein, aber diese Balance der Gärung ist der Hauptfaktor für die Qualität des Sake.

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Sie haben eine Art Sommelier Ausbildung absolviert?

Es gibt in Japan verschiedene Sake Ausbildungen. Je nachdem, ob man beispielsweise braut oder ein Restaurant betreibt. Ich habe eine Ausbildung bei einem Amerikaner gemacht, der in Japan lebt und sich dem Sake verschrieben hat. Der hat auch engste Kontakte zu den Brauereien. Der gibt quasi Unterrichtsklassen in zwei verschiedenen Levels. Und die habe ich beide absolviert.

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War es am Anfang schwierig Sake hierzulande zu verkaufen?

Man wird natürlich nicht reich damit, aber es gelingt mir zunehmend besser und ich kann es auch ganz gut vermitteln. Aber ich hatte das Ganze anfangs auch mehr neben bei Laufen lassen und hatte noch einen anderen Beruf. Stück für Stück hatte es sich so entwickelt, dass ich mich nur noch auf den Sake konzentrieren konnte.

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Es gibt auch ein Buch, an dem Sie beteiligt sind?

Ich wurde von einem kleinen Hamburger Verlag gefragt, ob ich als Fachautorin an dem Buch mitwirken möchte. Und da ich gerne schreibe und mir die Vermittlung dieses Themas sehr viel Spaß macht hab ich da natürlich zugesagt. Eigentlich besteht der Verlag nur aus einem Fotografen und einem Autor, die sich zum Ziel gesetzt haben schöne und hochwertig gedruckte Bücher zu machen. Wir waren auch extra in Japan in einer Brauerei um alle Bilder in dem Buch selbst zu produzieren. Neben meinem Teil über den Sake gibt es noch etwas über die japanische Esskultur. Es ist das erste deutschsprachige Buch über Sake und es soll eine Art Türöffner sein. Deswegen ist es auch keine fachliche Abhandlung, sondern alles etwas humorvoll und locker flockig geschrieben. Es gibt darin auch Rezepte zu Gerichten und Empfehlungen, welcher Sake dazu passt.

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Was kann man neben Sake noch bei Euch im Laden bekommen?

Wir haben eine recht große Auswahl an Gefäßen aus Glas, Keramik und Porzellan. Es gibt auch Destillate, die Shochu heißen und eine Art Nebenprodukt des Sake sind. Davon haben wir eine kleine Auswahl. Und Liköre gibt es bei uns auch. Nicht zuletzt haben wir eine kleine Tee-Ecke. Hauptsächlich japanischer Tee mit ein wenig Equipment dazu. Da gibt es beispielsweise Matcha Tee und entsprechende Kännchen und Schalen. Ich trinke selber sehr gerne japanischen Tee und das ist quasi ein kleines Hobby von mir. Außerdem dachte ich es wäre nett eine Sache zu haben, die nicht alkoholisch ist.

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Sake Kontor
Markgrafendamm 34
10245 Berlin

mail: email@sake-kontor.de
tel: 030 212 37 601

Öffnungszeiten:
Di 10-16
Mi, Fr, Sa 12-18
Do 12-20
Mo ist Ruhetag

Sake Kontor

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