Muskat18 - Interieur Design - Kiezlich
Mitte

Muskat18 – Interdisziplinäres Interieur Design aus Mitte (inklusive Verlosung)


In Mitte, nahe des Alexanderplatzes, erstrecken sich zwischen neuer Gebäude und völlig umgekrempelter Straßenzüge noch die alten Wohnblocks aus den Zeiten vor der Wende. Von außen hat das alles auf den ersten Blick nichts mit modernem Design oder Ästhetik gemein. Auch den Fluren und Aufzügen merkt man an, dass sie in die Jahre gekommen sind und eher grau und trist wirken. Und doch hat sich ausgerechnet hier Jasmin Liebetrau einquartiert, um zusammen mit ihrem Partner Patrick Gabbert Möbel und Objekte zu entwerfen, zu gestalten und anzufertigen. In der ungewöhnlichen Maisonette-Wohnung inmitten einer dieser alten Plattenbauten kann man wunderschöne Holztische, mit Pigmenten und Schellack bearbeitete Wände und andere Designobjekte aus der Feder von Muskat18 bewundern und hat gleichzeitig noch einen hervorragenden Ausblick auf das geschäftige Treiben rund um den Alexanderplatz.

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Was ist Muskat18?

Muskat18 ist ein Interior Design Label und wir machen hauptsächlich Sachen mit Holz. Transformationsdesign und Upcycling, also mit Materialien die schon existieren. Ich mache das zusammen mit meinem Kompagnon Patrick Gabbert. Er ist Produktdesigner und ich Restauratorin für Holzobjekte. Muskat18 ist ein interdisziplinäres Projekt, dass es seit 2008 gibt. Erst waren wir eine Nische, die aber mittlerweile zum Trend geworden ist wodurch inzwischen auch mehr Aufträge kommen. Etwas, das als Designer ja immer etwas schwierig ist, gerade wenn man frei arbeitet. Aber jetzt kommen wir gerade in die Spur.

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Entstehen Eure Objekte immer durch Aufträge oder stoßt Ihr selbst auf Ideen die Ihr gerne umsetzen würdet?

Sowohl als auch. Wir machen auch Produkte und Objekte die wir uns selber ausdenken. Wir stellen einen Prototyp her und präsentieren ihn auf unserer Website. Und gibt es dann Anfragen, bauen wir den nach. Allerdings nur in kleinen Stückzahlen. Aber es gibt auch Sachen wo Leute uns anfragen für irgendwelche Raumbespielungen, Szenografien oder Setdesigns. Das ist dann eher eine Auftragsgeschichte. Aber wir sind keine Tischlerfirma wo man sagt wir brauchen eine Einbauküche oder einen Garderobenschrank.

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Was für Leute kommen denn auf Euch zu?

Es sind hauptsächlich Privatleute. Raumbespielungen machen wir eher wenn Messen sind oder gerade zu Veranstaltungen wie der Fashion Week, wo Laufstege bespielt werden sollen. Da überlegen wir uns dann etwas. Letztens hatten wir eine Veranstaltung in Hamburg. Da haben wir die Presseveranstaltung eines Modedesigners gestaltet. Oder manchmal gibt es Ausstellungen, für die wir dann den Raum konzipieren. Und dann gibt es eben unsere Objekte, für die sich vorrangig Privatleute interessieren.

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Du sagtest schon, dass ihr viel mit Holz macht. Was für Materialien verwendet Ihr noch und wo sucht Ihr Euch die zusammen, wenn Ihr beispielsweise upcycled?

Zum Teil sind das einfach Bauabfälle. Wir schauen uns die Dinge an und überlegen was man daraus machen könnte. Aber ich hab auch meinen Vater. Der ist Förster und hat für mich ein Holzlager angelegt. Wir benutzen auch Materialien wie Metall oder Acryl. Aber ganz selten, weil wir wollen ja eher ein „less plastic“ Prinzip fördern. Die Zukunft zeigt ja, dass es so nicht mehr geht wie es ist. Erdöl wird beispielsweise knapp und da muss man, wenn man als Designer Produkte macht, den Leuten quasi zeigen, dass es normal ist auch ohne Plastik auszukommen.

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Kommt es auch vor, dass Leute sagen, dass sie einen Haufen Sperrmüll haben und ob ihr nicht irgendwas damit machen wollt?

Das haben wir auch manchmal. Ich habe einen Bekannten der Illustrator ist und sein Studio in einem Gebäude an der Spree hat. Da arbeiten ganz viele Künstler drin, Fotografen, Illustratoren, Maler. Aber das wird abgerissen, weshalb die jetzt raus müssen. Da hat er mich letztens gefragt hat, ob ich nicht schauen will, ob ich da etwas gebrauchen kann.

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Wie funktioniert eure Zusammenarbeit?

Das läuft bei uns immer so. Patrick macht die Planungen am Rechner und während wir das dann in 3D umsetzen fallen einem Dinge auf, die noch geändert werden müssen. Das ist quasi ein Wechselspiel. Patrick mach also eher die theoretischen Sachen und ich eher die praktischen. Wir sprechen uns ab und streiten auch sehr oft. Wenn wir ein Projekt haben, kann es auch sein, dass man zwei Tage nicht miteinander redet, weil der andere komplett anderer Meinung ist (lacht). Aber es gibt ja das Sprichwort: „Wo gehobelt wird, da fallen Späne.“ Deswegen muss das auch irgendwie so sein.

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Und hier befinden wir uns quasi in Deinem Wohnatelier wo Du den Leuten zeigst, was ihr so macht?

Genau. Hier stehen viele Objekte von uns. Einmal im Jahr gibt es beispielsweise den Design-Mai in Berlin. Da gibt es dann die große Veranstaltung und es gibt aber auch viele Designer, die sich da anmelden können und sagen: Kommt doch mal in meinem Studio vorbei. Die Leute können dann vorbeikommen und die Arbeiten betrachten. Solche Ausstellungen mache ich manchmal. Ich mache hier beispielsweise auch Wall Finishing, wie ich es nenne. Ich bearbeite die Wände mit Pigmenten und Schellack,die dann wiederum als Schauflächen dienen. Ich finde das besser als ein Geschäft wo alles reihum steht. Hier kann man sich das als Raum vorstellen undwie das dann integriert aussehen könnte. Das ist hier quasi gelebtes Design.

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Wie ist das, so in seinem eigenen Werk zu wohnen?

Das ist toll (lacht). Wir arbeiten hier auch. Deswegen haben wir so große Tische und viele Flächen. Es ist ein Gefühl von Unabhängigkeit. Ich muss nicht zu einem Möbelhaus fahren um mein Interieur zusammenzusuchen, sondern ich kann es halt selbst machen. Man fühlt sich einfach freier. Auch die Leute, die von uns etwas kaufen, bekommen dann etwas Individuelles. Damit spielen wir ja auch. Man weiß dann auch, wo es herkommt. Normalerweise ist es ja eher anonym. Man sieht irgendwas im Geschäft, kauft es und weiß aber gar nicht wer es gemacht hat und wo es herkommt.Die Leute wollen heute aber wissen, wer es gemacht hat und wie es entstanden ist.

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Wie seid ihr ursprünglich dazu gekommen?

Ich hatte es ja schon sehr früh mit diesen Holzgeschichten und bin quasi im Wald aufgewachsen. Und anfangs habe ich mich eher mit Kunstwerken beschäftigt. Patrick war dagegen schon von Anfang an auf Design spezialisiert. Aber wie wir letztlich auf Muskat18 gekommen sind, war ein Prozess, der sich so ergeben hat. Das Restaurieren war für mich immer super. Man arbeitet etwas ab und dann ist es abgeschlossen. Aber gereicht hat mir das irgendwie nicht. Man muss auch irgendwie das Gefühl haben, dass man selbst etwas erschafft, was denke ich der Grundtenor eines jeden Kreativen ist. Das war letztlich der Antrieb noch in eine andere Richtung zu gehen. In Dresden hab ich dann Patrick getroffen, der damals noch studiert hat. Und da haben wir uns überlegt: Lass uns doch was Interdisziplinäres machen, wo man Restaurierung und Design zusammenbringen kann.

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Und woran arbeitet ihr gerade?

Unser aktuelles Projekt sind Kleiderbügel. Hier in Mitte sind wir mit unserem Arbeitsplatz ja inmitten eines touristischen Magnets. Was sich aber auch erst in den letzten fünf Jahren entwickelt hat. Vorher war das alles einfach nur Brache, als wir hierher gezogen sind. Alles war eher grau und keiner wollte hier wohnen, was wir wiederum reizvoll fanden. Und jetzt haben wir hier eine riesige Einkaufstrasse mit der Münzstrasse. Und dann gab es dazu noch zwei Mal im Jahr die Fashion Week. Da haben wir uns überlegt ein Produkt zu machen das in Verbindung mit dem Shopping steht. Wir dachten uns, wenn dann jeder so einen Kleiderbügel mitnimmt, wäre das eine super Sache. Mittlerweile gibt es drei Motive. Mit Berlin haben wir angefangen. Und drei weitere Städte folgen noch und jetzt wollen wir mal schauen ob wir da ein deutschlandweites Projekt draus machen können.

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Für diese Kleiderbügel habt Ihr ja auch einen Preis gewonnen?

Ich hatte die Idee schon vorher und Patrick hat mir mit dem Design geholfen. Wir sind dann auf einen Wettbewerb der Kunsthochschule Weißensee gestoßen. Der kam vom Berliner Senat und es ging darum Marketing-Produkte zu finden die Berlin repräsentieren. Da dachte ich, da schicken wir das jetzt einfach mal ein um zu schauen, wie die Resonanz so ist. Überraschenderweise hat das dann direkt geklappt. Es gab 670 Einsendungen und die Kleiderbügel wurden zusammen mit zehn anderen Vorschlägen für den ersten Preis nominiert. Aber wir haben nicht gewonnen. Trotzdem sind alle Nominierten jetzt in einer Wanderausstellung, die um die Welt geht. Es hieß ursprünglich auch, dass das Ganze produziert wird. Das ist dann aber nicht passiert. Aber da wir eh von Anfang an die Kleiderbügel machen wollten, produzieren wir die jetzt einfach selbst. Und dafür war der Wettbewerb super. Einfach um zu sehen, wie das Ganze ankommt.

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Gibt es so etwas wie ein Traumprojekt, das ihr gerne mal realisieren wollt? Etwas das vielleicht langfristiger und aufwendiger ist?

Also mein Traum wäre es mal so ein komplettes Haus zu stylen. Da schweben mir auch schon gewisse Sachen vor. Das muss natürlich komplett aus Holz sein, ganz klar (lacht). So etwas wäre eine super Sache. Etwas, das auch längerfristig bestand hätte.

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Berlin_6er SET color plus_rzMuskat18 hat uns netterweise ein Set der Kleiderbügel mit dem Berlin Motiv zur Verfügung gestellt, um es zu verlosen. Wer also weiß was Muskat18 eigentlich bedeutet, schickt einfach bis einschließlich 03.12.2014 eine eMail mit der Antwort an hallo@kiezlich.de. Wir zeihen dann einen Gewinner, der das Set bestehend aus sechs verschiedenen Farben zugeschickt bekommt.

 


muskat18
Memhardstraße 2
10178 Berlin

mail: info@muskat18.de
tel: 0176 74 122 560

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