Kreuzberg

LeseGlück – die Kiezbuchhandlung am Görli


Im Kreuzberger Reichekiez zwischen Görlitzer Park und Paul-Linke-Ufer findet sich das LeseGlück, die Buchhandlung von Eleni Efthimiou und Susan Pfannstiel. Der Laden ist wohl sortiert und die Beiden kennen jedes einzelne Buch. So kann man sich wunderbar bei einer Tasse Kaffee beraten lassen oder einfach vor dem Laden in der Sonne sitzen, die Bücher durchschmökern und so vielleicht sein ganz eigenes Leseglück finden. Aber das LeseGlück ist nicht einfach nur ein Buchladen, sondern viel mehr Begegnungsort für alle die Bücher mögen und gerne Lesen. Beispielsweise bei den regelmäßig stattfindenden Lesungen oder dem Bookdinner, einem gemeinsamen Essen mit Buchvorstellung. Und wer hier trotz allem nicht fündig wird, kann sein Buch einfach bestellen und am nächsten Tag abholen.

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Hallo Eleni. Das LeseGlück gibt es seit sieben Jahren nahe dem Görlitzer Park. Wie behauptet Ihr Euch als kleiner Buchladen gegen den großen Internetversandhandel?

Da wir eine Kiezbuchhandlung sind, ist das bei uns nicht so ein Thema. Die meisten kennen uns schon lange und kommen zu uns weil sie um die Ecke wohnen. Wenn sie bei uns ein Buch nicht finden, bestellen sie es auch mal und holen es am nächsten Tag ab wenn sie sowieso unterwegs sind zur Arbeit oder zur Kita beispielsweise.

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Ihr habt ein Glücksabo, bei dem man jeden Monat ein neues Buch bekommt. Wie funktioniert das? Wie wählt Ihr die Bücher aus?

Man kann das Glücksabo verschenken oder sich selber schenken. Das geht ganz einfach. Man kreuzt verschiedene Kategorien an wie beispielsweise Historisch, Krimi oder Berlin bezogen und wählt die Dauer des Abos von 3 bis 12 Monaten aus. Dann gibt man noch an wie teuer das Buch sein darf. Nach diesen Angaben suche ich dann die Bücher aus. So hat man jeden Monat eine kleine Überraschung.

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Sind auch die Bücher die Ihr im Laden habt von Euch einzeln handverlesen?

Ja, es ist alles individuell ausgewählte Literatur. Manchmal verlassen wir uns auch auf den Tipp von unseren Stammkunden oder Freunden. Aber es muss einfach passen.

Und habt Ihr alle selbst gelesen?

Den größten Teil schon. Zumindest arbeite ich daran (lacht).

Welche Bücher haben Dir zuletzt besonders gefallen?

Gerade habe ich ‚Der Distelfink‘ von Donna Tartt gelesen, die dafür auch den Pulitzer Preis erhalten hat. Das ist ein schöner Wälzer und hat mir sehr gut gefallen. Und ‚Vor dem Fest‘ von Sasa Stanisic. Der hat lustigerweise gerade den Leipziger Buchpreis bekommen. Ich lese ziemlich viel. So zwei bis drei Bücher pro Woche. Aber diese beiden waren schon Ausnahmen, die mir extrem gut gefallen haben.

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Wie schaffst Du es, so viele Bücher zu lesen?

Ich schaue kein Fernsehen und lese morgens und abends. Natürlich lese ich nicht 500 Seiten in einer Woche. Für den ‚Distelfink‘ habe ich schon etwas länger gebraucht. Aber so ein normales Taschenbuch lese ich schon mal an einem Sonntag weg.

Man kann sich auch bei einem von Euch selbst zubereitetem Bookdinner über die neusten Bücher informieren. Wie läuft das ab?

Meine Kollegin Susan bereitet das Dinner zu. Sie sucht sich dazu etwas aus einem Kochbuch aus, das wir hier auch im Laden verkaufen. Ich stelle dann, während die Gäste das Dinner genießen, vier bis fünf Bücher vor. In der Regel Neuheiten oder Bücher von denen wir denken, dass sie besondere Beachtung verdienen. Ich lese aus jedem Buch ungefähr zehn Minuten vor, damit die Zuhörer einen Eindruck von dem jeweiligen Buch gewinnen.

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Gibt es noch mehr Veranstaltungen für die sich ein Besuch im LeseGlück lohnt. Was plant Ihr für die Zukunft?

Ein bis zwei mal im Monat gibt es bei uns eine Lesung. Mitte Mai haben wir eine größere Veranstaltung. Eine Krimilesung. Ein Kunde von uns hat einen Kreuzbergkrimi geschrieben. Wenn wir größere Veranstaltungen wie diese haben, arbeiten wir mit dem Theater Expedition Metropolis zusammen, das auch gleich hier in der Ohlauer Straße ist. Dort gibt es einen Saal in dem etwa 80 Menschen Platz finden.

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Was habt Ihr vorher gemacht und was hat Euch dazu bewogen das LeseGlück zu eröffnen?

Ich bin seit 1998 ausgelernte Buchhändlerin und habe schon vorher in einer Buchhandlung gearbeitet. Susan hat Literatur und Buchwesen studiert. Wir haben uns hier in Berlin über eine Freundin kennengelernt. Passenderweise hatten wir beide schon vorher den Traum eine eigene Buchhandlung zu eröffnen. Das hat dann prima gepasst und so haben wir es einfach gewagt (lacht).

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Lief das von Anfang an wie ihr euch das vorgestellt habt, oder war das schwierig?

Wir hatten in kleineren Räumlichkeiten begonnen, wo das Geschäft noch sehr überschaubar war. Dennoch hatte es sehr gut angefangen und das erste Jahr ging ziemlich schnell vorbei. Es lief sogar besser als erwartet, weil hier in der Ecke tatsächlich eine Buchhandlung gefehlt hat. Und mittlerweile haben wir treue Stammkunden, die seit fast sieben Jahren bei uns einkaufen. Auch das hat unsere Erwartungen übertroffen. Jeder weiß ja, dass man mit einer Buchhandlung nicht reich wird, aber wir sind sehr glücklich mit unserem Laden und sind nach wie vor mit Herzblut dabei.

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Was ist Euer persönliches Leseglück? Wann und wo lest Ihr am liebsten?

Von meiner Kollegin weiß ich das sie am liebsten auf der Couch liest. Ich lese ganz klassisch nur im Bett. Ich kann mich da am besten entspannen. Es kann schon mal sein das ich früh ins Bett gehe und dann aber noch vier Stunden lese, sehr zum Leidwesen meines Freundes (lacht). Mein persönliches Leseglück ist, wenn es Sonntags draußen regnet und ich überhaupt nicht aufstehen muss und einfach den ganzen Tag im Bett lesen kann.

 

Buchhandlung LeseGlück
Ohlauerstraße 37
10999 Berlin

mail: email@leseglueck-berlin.de
tel: 030 32 51 86 41

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10-20 Uhr
Sa 10-19 Uhr

Leseglück

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