Kreuzberg 2

Fräulein Wild – Kaffee und Kuchen direkt am Kotti


Ruhig und gemütlich einen Kaffee am Kottbusser Tor zu trinken gehört sicher zu den Dingen, die erst mal seltsam und abstrus klingen. Aber wenn man tatsächlich einmal die Hochhausbauten mit ihren zahlreichen Satellitenschüsseln hinter sich lässt und etwas versteckt in der Dresdener Straße auf das kleine Café Fräulein Wild stößt, betritt man plötzlich eine andere Welt. Hier treffen pastellfarbene Wände auf nostalgisch anmutende Flohmarktmöbel. Es gibt hervorragenden Bio-Kaffee und leckere Torten und Kuchen. Einer davon ist täglich sogar vegan. Denn Anna-Maria Wild kann einfach niemand wegschicken, nur weil es nichts im Angebot gibt. Und auch wenn sie gerade im siebten Monat schwanger ist – das Fräulein Wild strotzt nur so vor Energie und Freude, um jedem den kurzen Aufenthalt im pastellenen Wunderland so angenehm wie möglich zu gestalten, bevor es wieder hinausgeht in die hektische Realität.

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Was hat dich dazu bewogen, in Kreuzberg ein Café zu eröffnen?

Ich bin selbst in Berlin geboren und nach der Wende in Lichtenrade aufgewachsen. Nach dem Abitur bin ich nach Kreuzberg gezogen, weil ich in die Stadt wollte. Und deswegen hat sich das natürlich angeboten auch hier zu eröffnen.

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Hattest Du schon immer die Idee etwas mit Gastronomie zu machen?

Ich wollte schon immer meinen eigenen Laden haben. Mit neun oder zehn Jahren wollte ich beispielsweise einen Klamottenladen. Ich hab auch schon immer Grundrisse gemalt, wie ich so einen Laden einrichten würde. Irgendwann war dann die Idee ein Restaurant zu eröffnen angesagt, aber während des Studiums habe ich gemerkt, welche Arbeit dahinter steckt. Deswegen dachte ich mir, vielleicht sollte ich erst mal ein Café aufmachen. Ich habe das während meines Studiums vier Jahre lang konkret geplant und dabei ist es dann auch geblieben.

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Ging das mit dem Café von Anfang an so leicht von der Hand, wie du es dir vorgestellt hast?

Ich habe die ersten anderthalb Jahre einfach superviel gearbeitet. Ungefähr 80 Stunden pro Woche. Da ich schon lange wusste, dass ich das machen will, hatte ich viel Zeit um beispielsweise Möbel zu sammeln. Dadurch musste ich nicht mehr ganz so viel investieren, da einfach schon viel vorhanden war. Und ich wollte lieber klein anfangen. Die Planung entstand während meinem BWL-Studium. Daher wusste ich auch schon, worauf ich achten muss, damit die Zahlen stimmen. Das hat super funktioniert. Jetzt ist das Café im vierten Jahr und so langsam kann ich mich etwas zurückziehen und ein Baby bekommen (lacht).

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Hast du, jetzt wo das alles etwas entspannter läuft, neue Ideen für die Zukunft? Abgesehen von dem Kind?

Ja, ganz viele. Ich hab da einige Baustellen im Kopf, die ich gerne weiterentwickeln würde. Einiges ist auch schon passiert wie beispielsweise 2011 die Einführung des Frühstücks, was viel Organisation erfordert hatte. Die Frühstückskarte haben wir dieses Jahr auch noch etwas erweitert. Das war etwas, was ich unbedingt machen wollte. Ein noch geileres Frühstück (lacht). Auch das mit den Hochzeitstorten funktioniert mittlerweile sehr gut und ich konnte dieses Jahr schon viele schöne Torten backen. Das macht Spaß und ist lecker (lacht). Aber die anderen Sachen verrate ich noch nicht.

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Ich hab gesehen Ihr seit auch schon auf Messen vertreten gewesen? Ist Catering auch etwas, dass du dir vorstellen könntest?

Die Bread & Butter hat uns angesprochen, als wir noch ganz klein waren und mittlerweile haben wir das schon ein paar Mal gemacht. Aber da hatten wir einen Stand vor Ort und haben sozusagen unseren Laden verdoppelt. Das ist super, weil wir das ganz entspannt machen können ohne großen Auftragsdruck. Das macht sehr viel Spaß, weil wir ein Mädelverein sind und da ist eine Modemesse natürlich perfekt (lacht). Ansonsten haben wir beim „Love Circus Bash“ mitgemacht. Das ist eine Hochzeitsmesse in schön. Das haben wir auch schon zwei Mal gemacht und so auch unsere Hochzeitstorten bekannter gemacht. Aber ansonsten machen wir kein Catering. Das ist nicht so mein Ding.

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Woher kommen deine gesammelten Möbel und die nostalgische Anmutung?

Hauptsächlich von Flohmärkten oder im Internet ersteigert. Die habe ich alle auf dem Dachboden meiner Schwiegermutter gelagert. Das Klavier, das hier steht, ist tatsächlich mein altes Klavier aus meinem Kinderzimmer. Ich habe allerdings gemerkt, dass ich es zu Hause mittlerweile etwas „cleaner“ brauche. Wenn man den ganzen Tag in so einem Pastellwunderland steht, möchte man zu Hause doch nicht mehr so viel Zeug haben (grinst). Aber damals hatte ich mir das Fräulein Wild einfach so vorgestellt. Und Industrielampenschick war einfach nicht meins. Dementsprechend sie wir jetzt nicht mega hip, aber dafür kommen zu uns eben auch Omas mit ihren Enkeln oder der türkische Kaffeeklatsch, was eigentlich ganz angenehm ist. Und die Hipster kommen ja trotzdem(lacht).

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Eure Spezialität sind die Torten und Kuchen, die ihr ja auch alle selber macht. Hast Du schon immer viel gebacken oder wie kam es dazu?

Durch Mutti und Omi. Meine Oma ist in Thüringen geboren und die Thüringer sind ja sehr bekannt für ihre Backkünste. Meine Verwandten wohnen dort auch noch auf dem Land, wo schon immer selber gekocht und gebacken wurde. So hab ich das einfach in der Familie mitbekommen. Mittlerweile backe ich nicht mehr alles alleine, sondern habe mein Mädelsteam. Und da können manche mehr crunchy, oder mehr fluffig und so backen wir immer, je nachdem wer da ist, tagsüber für den folgenden Tag so ein bisschen nach Lust und Laune.

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Was würdest Du von Fräulein Wilds Kreationen besonders empfehlen?

Im Winter auf jeden Fall unsere Schokoladentorten. Da haben wir zwei nach französischen Rezepten, die richtig gut sind. Ich trinke gerne Cappuccino (lacht). Und ich würde mich immer für den French Toast mit Spiegelei und Bacon entscheiden. Das ist der Knaller.

 


Fräulein Wild
Dresdner Straße 13
10999 Berlin

mail: kontakt@fraeuleinwild.de
tel: 030 531 55 759

Öffnungszeiten:
Di-So 10-20


Fräulein Wild

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  • Guckt ma hier! | Fräulein Wild says: 27. Juni 2014 at 22:33

    […] ich schon nich mehr zum Bloggen komme, verlinke ich Euch mal einen tollen Artikel über´s Fräulein Wild auf einem Blog mit sehr, sehr hübschen Fotos und netten Interviews. Bin ganz beeindruckt von den […]

  • […] Mehr zum Café Fräulein Wild hier: Fräulein Wild auf kiezlich.de […]

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