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DoMeAFavour – Nachbarschaftshilfe 2.0



DoMeAFavour ist kein Laden, keine Manufaktur, nichts Haptisches oder Handgemachtes im klassischen Sinne – sondern eine App. Was hat das dann mit Kiezlich zu tun, werden sich einige Fragen. Ganz einfach – nicht das Produkt an sich stand für uns im Fokus, sondern was es auslöst. Denn entgegen der klassischen Annahme, das Internet verwandele den Menschen in ein anonymes, vereinsamtes Wesen, ist hier tatsächlich das Gegenteil der Fall. Es werden Menschen aus der Großstadtanonymität herausgeholt und zusammengeführt um sich gegenseitig zu helfen. Und niemand muss dafür bezahlen, denn die App ist kostenlos und die angebotene Hilfe ebenfalls. DoMeAFavour ist Nachbarschaftshilfe in großem Stil. Wir haben uns mit Till Tolkemitt, einem der beiden Gründer getroffen und haben nachgefragt, was es damit auf sich hat.

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Wie genau funktioniert DoMeAFavour?

Auf DoMeAFavour kann man andere Leute um einen Gefallen bitten oder ihnen seine Hilfe anbieten. Es ist sozusagen die Nachbarschaftshilfe des 21. Jahrhunderts, aber nicht nur auf Deine Nachbarn beschränkt – die App funktioniert ja theoretisch weltweit. Du erstellst ein Profil, gibst an, bei was du Hilfe brauchst, wofür du einen Partner suchst etc. und siehst andersherum, was die Leute bei dir im Umkreis suchen. Wenn du einen Gefallen erfüllen willst, meldest du dich einfach und sammelst dafür Herzchen.

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Wie ist die Idee zu dieser App entstanden?

Wir saßen eigentlich wegen einer anderen Sache zusammen, irgendwo in Hamburg.  Vor gut einem Jahr. Da erzählte Axel von seiner App-Idee, dass man sich doch helfen könnte- ohne die klassischen Grenzen, in welchem Haus man wohnt oder dass man sich kennen muss. Eine Bekannte hatte ihre Jacke auf dem Weg in die Ferien vergessen und nun sollte die Jacke hinterhergebracht werden. Aber wie? Da kam die Idee auf: Man müsste eine Hilfsbitte posten können, die alle lesen können, zumindest alle netten Leute.

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Was glaubt ihr motiviert die Leute dazu die App zu nutzen? Ist es um ein wenig aus der Anonymität der Großstadt auszubrechen?

Einerseits brauchen wir alle mal kurze Hilfe zwischendurch. Andererseits stellt ja jeder irgendwann fest: Helfen macht auch Spaß. Und neue Leute kennenzulernen, besonders solche, von denen von Anfang an klar, ist, dass sie nett sind, sogar internett, das will auch jeder. Insofern ist DoMeAFavour in der Tat eine Technologie, die gegen die Anonymisierung unseres Lebens arbeitet. Das sind die Kräfte hinter dem Wachstum der App.

Wie wird die Waage zwischen Geben und Nehmen gehalten? Passiert das automatisch? Was sind Eure Erfahrungen bisher?

Das war unsere größte Sorge, dass die Leute nur um Favours bitten, aber selbst keine Hilfe anbieten. Aber allen Unkenrufen zum Trotz ist der Mensch im Innersten eben doch gut und nicht schlecht, und Helfen ist in uns angelegt. Wenn Du heute einen Favour auf der App postest, und Deine Bitte ist nicht zu ausgefallen, kannst Du sicher sein, dass sich spätestens nach 24 Stunden mehrere Leute gemeldet haben und Dir helfen wollen. Und dabei haben wir gerade erst angefangen!

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Die App ist momentan kostenfrei für jeden nutzbar. Wird das auch in Zukunft so sein? Und wie finanziert sich die Entwicklung und Arbeit an dieser App?

Wir verdienen gerade noch nichts an der App und bezahlen das Projekt aus eigener Tasche. Aktuell hat die App aber auch erst gut 3.000 User. Sollten das irgendwann Mal deutlich mehr sein, denken wir schon darüber nach, auch Werbung zu schalten. Kostenlos müsste die App aber bleiben. Wir haben aber auch schon Anfragen aus dem Ausland bekommen, dass es die App dort auch geben müsste, vielleicht expandieren wir sogar dorthin …

Nutzt ihr selbst die App und hattet selbst bestimmte Erlebnisse, die Euch im Gedächtnis geblieben sind?

Klar, man muss wirklich mal mitmachen und anderen einen Gefallen tun, sonst bleibt alles reine Theorie. Bei meinem ersten Favour habe ich einer Studentin geholfen, ihren Reifen zu flicken. Und ihr gezeigt, wie das geht. Als ich zu ihr hinfuhr, merkte ich, dass ich kurz etwas aufgeregt war: Hoffentlich klappt das mit dem Reparieren des Plattens auch! Und irgendwie geht das Herz etwas schneller, wenn man bei jemand Fremden klingelt. Nach der Hilfe haben wir dann noch einen Kaffee getrunken und uns kurz unterhalten, das war wirklich nett. Da habe ich gemerkt, aha, es geht wirklich auch darum, jemand anderen kennenzulernen.

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Was ist das Feedback, das Ihr bisher auf die App erhalten habt?

Das Feedback ist durchweg positiv. Wirklich, die Leute lieben DoMeAFavour. Jeden Tag werden es mehr. Die Presse hat auch schon ordentlich berichtet.

Was ist Eure Wunschvorstellung, in welche Richtung sich die App und die damit verbundene Nachbarschaftshilfe entwickeln werden?

Es gibt da diese Vision von einer Community der netten Menschen, ohne Grenzen, weltweit. Bei Facebook kann ich meine 200 oder 500 Freunde fragen. Bei DoMeAFavour spreche ich sofort mit 3.000, bald 10.000, dann 100.000, 1 Mio. freundlichen Menschen, über Grenzen hinweg …

 

AS Berlin Applications GmbH & Co. KG
Inselstraße 12
10179 Berlin

mail: at@domeafavour.mobi
tel: +49-30-200 95 369

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